13/08/2024
32 Jahre, Diagnose: ADHS
Jahrelang war ich auf mich alleine gestellt und habe mich durchgekämpft. Es tut weh zu wissen, dass niemand was dagegen getan hat. Immer wieder bat mir das Leben an, noch weiter runter zu stürzen, doch ich nahm es nicht an. Ich wollte kämpfen und weitermachen. Aufgeben war nie eine Option. Ich wollte es allen beweisen, dass ich es auch alleine schaffe und das habe ich. Doch die Zeit ist gekommen, in der ich alleine nicht mehr weitergekommen bin. Ich musste lernen Hilfe anzunehmen und nicht immer nur Hilfe zu geben. Das tat gut!! Ich kann stolz auf das sein, was ich bis hierhin geschafft habe. Ich kann stolz darauf sein, dass mich meine dunkelsten Momente nicht komplett zum einstürzen gebracht haben. Die großen, tiefen Löcher stopfte ich mit Ablenkung und Suchtmitteln. Seit über einem Jahr trinke ich keinen Alkohol und konsumiere auch keinen Cannabis mehr. Noch nie in meinem Leben habe ich mich so stark und verbunden mit mir selbst gefühlt. Alles was mir nicht gut tut, versuche ich von mir fernzuhalten. Ich lerne mich gerade intensiver denn je kennen und kann behaupten, dass ich zum ersten Mal so richtig Selbstliebe empfinde. Ich danke all meinen Stolpersteinen/ Gegnern, dass ihr mir meine Dämonen gespiegelt habt. Denn ohne euch, wäre ich heute nicht hier. All meine Grenzen die ihr überschritten habt, egal aus welchem Grund, haben mich nur selbstbewusster gemacht. Diejenigen, die sich jetzt denken, was mit mir los ist und wieso ich sowas überhaupt mit euch teile, die sollten sich mit sich selbst beschäftigen und sich sowas erst mal trauen. Denn nur mutige Menschen können offen und ehrlich über ihre Gefühle sprechen und diese mit Anderen teilen. In meiner Kindheit habe ich nach Vorbildern gesucht, die mich antreiben. Heutzutage habe ich verstanden, dass ich mein eigenes Vorbild gewesen bin. Ich kann mit stolz sagen, dass ich zu diesem Menschen geworden bin, den ich mir damals an meiner Seite gewünscht hätte. Wer bis hierhin gelesen hat, geile Sau!! 🙏🏼♥️✨