14/06/2026
Zwischen Rosen und Kunsthandwerk – warum Schönes immer Arbeit macht .......
Liebe Freunde,
immer wieder hören wir: „Ach, wie schön ist es bei Ihnen im Garten!“ Und genauso oft höre ich nach unseren Trittauer Märkten: „Ach, was für ein wunderschöner Markt!“ Bei beiden antworte ich innerlich dasselbe: „Schön wird nichts von allein.“
Ein Gartenparadies entsteht nicht, weil man ein paar Blumensaat in die Erde steckt und dann auf Wunder wartet. Man plant, gräbt, pflanzt, schneidet, gießt, jätet Unkraut und beginnt jedes Frühjahr wieder von vorn.
Die Rosen blühen nicht aus Dankbarkeit, sondern weil man sie das ganze Jahr über liebevoll begleitet und schneidet. Genauso ist es mit unseren Kunsthandwerkermärkten. Auch sie wachsen nicht einfach wie Löwenzahn am Wegesrand. oder wie reife Kirschen an den Bäumen.
Monate vorher werden Bewerbungen gelesen, Aussteller ausgewählt, Standpläne gezeichnet, Plakate entworfen, Anzeigen geschaltet, Strompläne geschrieben, Genehmigungen eingeholt , Toiletten oder Nachtwachen bestellt und unzählige E-Mails beantwortet. Und manchmal denkt man, alles sei fertig – bis noch zehn neue Probleme um die Ecke kommen.
Ein Garten hat Schnecken. Ein Markt hat kurzfristige Absagen.
Ein Garten hat Unkraut. Ein Markt hat plötzlich ein Gewitter.
Ein Garten hat Maulwürfe. Ein Markt hat Parkplatzprobleme.
Trotzdem machen wir weiter. Warum? Weil es diesen einen Augenblick gibt. Im Garten, wenn am Abend die Sonne auf den Gartenteich fällt. Auf dem Markt, wenn Besucher glücklich mit einer handgefertigten Kleinigkeit in der Tasche nach Hause gehen, Kinder die am Vorführstand staunen und Aussteller sagen: „Hier fühlt es sich einfach besonders an.“ Dann weiß man: Die ganze Mühe hat sich gelohnt.
Vielleicht ist das das Geheimnis: Ein Gartenparadies und ein schöner Kunsthandwerkermarkt entstehen aus derselben Zutat – Liebe zum Detail. Beides braucht Zeit, Geduld, ein wenig Kreativität, manchmal starke Nerven und sehr oft Menschen, die bereit sind, viel zu geben, damit andere für ein paar Stunden oder Tage etwas Schönes erleben dürfen. Und genau deshalb sehen sie so aus, als wären sie ganz mühelos entstanden.
Denn die größte Kunst besteht darin, die viele Arbeit unsichtbar zu machen.
„Der Mann an meiner Seite" bückt sich – ich organisiere Märkte“, denn Schönes wächst nicht von allein – weder Rosen noch Märkte. Beides muss gehegt, gepflegt und immer wieder mit Herzblut zum Blühen gebracht werden.
Er kämpft mit Unkraut und ich mit Verträgen und Mails. Am Ende blüht beides – der Garten und der Markt. Jeder hat sein kleines Paradies. Das ist uns bis jetzt gemeinsam gut gelungen.