19/01/2023
Kreisverbandstag Gütersloh des Westfälisch-lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) im A 2-A2 Forum Rheda-Wiedenbrück
Von johannes bitter
Kreis Gütersloh (gl). Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) sieht immer stärkere Herausforderungen auf die Landwirtschaft zukommen, weil deren Transformation in größere, dafür aber weniger Höfe noch nicht abgeschlossen sei. Das hat die Ministerin am Mittwoch auf dem Kreisverbandstag Gütersloh des Westfälisch-lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) im A 2-Forum in Rheda-Wiedenbrück betont.
Entsprechend wichtig sei es für die Landesregierung, diese Berufsgruppe zu stützen, obwohl die Entscheidungen in Brüssel getroffen würden, erklärte die Politikerin. So wolle das Land mittelständische Betriebe nachhaltig aufstellen und Verbesserungen für das Tierwohl mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit umsetzen.
Die sogenannten Roten Gebiete (nitratbelastete Flächen) nach der Landesdüngeverordnung bereiten der Ministerin nach eigener Aussage Bauchschmerzen. Sie möchte bei dem Verfahren für jeden Betrieb individuell vorgehen und bietet Düngeberatungen an. Gorißen kritisierte, dass die EU-Kommission bei den Pflanzenschutzmitteln teilweise über das Ziel hinausgeschossen sei. Bei solchen Bedingungen könnten auch Biobauern nicht mehr rentabel wirtschaften.
Die Ministerin unterstrich die Bedeutung des regionalen Anbaus, damit die heimische Landwirtschaft auch die 18 Millionen Bürger in Nordrhein-Westfalen mit Nahrungsmitteln versorgen könne. Es sei wichtig, mit Brüssel in Kontakt zu bleiben, um Nachbesserungen zu erreichen. Denn importierte Schweine aus China, die in Hochhäusern gezüchtet würden, könnten keine Alternative sein, merkte die Politikerin an.
Was das Tierwohl hierzulande betreffe, forderte die Gastrednerin nachvollziehbare Regeln, die nicht allein auf die Stallfläche, sondern auch auf die Körper der Tiere schauen. Gorißen stellte die Frage: „Was hat das Tierwohl davon, wenn immer mehr Exporte aus Osteuropa die Folge sind?“
Während die Afrikanische Schweinegrippe Nordrhein-Westfalen nicht stark getroffen habe, werde die Geflügelpest zur immer größeren Herausforderung, weil das Virus einfach das ganze Jahr über nicht mehr verschwinde. Zum Schutz dagegen helfe nur Vorbeugung. Auch die Hobby-Geflügelzüchter sollten im Blick behalten werden.
In der anschließenden Diskussion wurde auch das Thema Wolf angesprochen. Nachgewiesen seien in Nordrhein-Westfalen bislang 20 Wölfe, berichtete die Ministerin. Da die Tiere unter Artenschutz stehen würden, sei die Förderung der Weidetierhalter auf den Schutz ihrer Nutztiere ausgerichtet.
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Das Foto zeigt (v. l.) Malin Linhorst (Geschäftsführender WLV-Kreisvorstand), Georg Brameyer (Stellvertretender WLV-Kreisvorsitzender), Silke Gorißen, Klemens Hanfgarn (Stellvertretender WLV-Kreisvorsitzender), Verena Freyda (WLV-Kreisgeschäftsführerin) und Andreas Westermeyer (WLV-Kreisvorsitzender). Fotos: Bitter