30/09/2025
kleiner Rückblick dankenswerterweise aufgeschrieben von unserer Haus-und Hofjournalistin Dr. Annette Ullrich - danke Dir ... gute Nachricht vorab: Es wird sondiert und nicht verkauft, die nächsten Jahre darf noch fröhlich gefeiert werden, die Events sind save, der Übergang ist sanft geplant :-)
Tag des offenen Denkmals. Sonntag, 14.09.2025
Villa Feodora öffnet ihre Türen
Seit 1993 findet bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Gebäude mit Denkmalstatus öffnen seitdem alljährlich am zweiten Wochenende im September ihre Tore.
So auch die Villa Feodora in Potsdam-Bornstedt. Seit 2006 ist Eigentümer Martin Zühlke traditionell dabei und empfängt interessierte Gäste. Das Haus selbst wurde erst 2012 - anläßlich des 100-jährigen Bestehens des ehemaligen Jugendheims - als Einzeldenkmal in die Denkmalliste Potsdams und Brandenburgs aufgenommen.
Wenn Gäste kommen, ist es dem Hausherrn jedes Mal eine große Freude und Ehre ihnen viel Wissenswertes und Interessantes über die Geschichte des Hauses, das 1912 auf Initiative des Vereins zur Förderung der Jugend in Bornstedt erbaut wurde, zu erzählen. Ziel war es damals den Jugendlichen ein Haus mit Turnhalle zu erbauen, um sie so vor den Gefahren der Straße und des Alkohols zu bewahren. So stand es damals in der Hausordnung. „Den Namen erhielt die Villa in Erinnerung an die Prinzessin Feodora, die die jüngste Schwester der letzten deutschen Kaiserin war, und von 1903 bis 1910 in Bornstedt wohnte und sich für wohltätige Zwecke engagierte“, weiß Martin Zühlke zu berichten. „Zwei Turnvereine fanden hier ihr Zuhause, Germania und Kaiser-Friedrich, gingen aber im Streit zur NS-Zeit auseinander.“
Unersetzlich oder Unbezahlbar?
In der Denkmalpflege geht es auch immer darum, diese Zeugnisse für zukünftige Generationen zu erhalten, was auch praktische Aspekte wie energetische Ertüchtigung umfasst. In dem Zusammenhang hat Martin-Max Zühlke mit seiner Familie und seinem Team sowie unzähligen fleissigen Handwerkern und Freunden viel geleistet.
Denn als er das Haus erwarb, war da keine Eventlocation, sondern nur ein marodes Haus, eine Schaukel und ein Maschendrahtzaun. „Die Gauben, das Dach, die Regenrinnen - alles war im Argen. Ich musste bei Objektübernahme zunächst sichern, dann kernsanieren. Die technische Infrastruktur war noch Vorkriegsstandard und völlig marode. Sanitär, Elektro, Wärme und Medien mussten komplett neu installiert werden. Später kamen dann die Außenbühne, die Eventarena, der Kinderspielbereich, die Hochbeete, die Lärmschutzwälle sowie Büsche und Hecken und die Pavillons hinzu genauso wie die Küche und die Bars. Außerdem haben wir etwa 200qm Katzenköpfe-Hofpflastersteine eingebracht und die Parkplätze befestigt.
Das Problem sei damals wie heute gewesen, dass man aufgrund des allgemeinen und speziellen Denkmalschutzes, Dinge nicht so einfach entscheiden kann. Das fängt beim Fensteranstrich an und hört bei der Wahl der Gaube nicht auf. Bevor das Haus zum Einzeldenkmal wurde, befand sich die Villa im Ensembleschutz des Randbereiches des UNESCO-Welterbes. Und ob nun Ensemble- oder Einzeldenkmal, immer ist der Denkmalschutz ein Umstand der Kosten, insbesondere Baukosten, entscheidend erhöht. „Für die Marke und den Immobilienliebhaber ist das natürlich auch eine Ehre und eine Auszeichnung, aber für die kaufmännische Betrachtung ist es einfach mal kostenrelevant“, fügt Martin-Max Zühlke hinzu. Dennoch überwiege die Freude, das Haus vor dem Verfall gerettet zu haben. „Ich bin schon stolz darauf, wie sich der Ort entwickelt hat und was entstanden ist.“
Aktuell war hier und da zu lesen, dass sich Zühlke mit Verkaufsabsichten trägt. „Ja, es geht dabei jedoch nicht um heute und morgen, sondern um einen schrittweisen Übergang mit sehr viel Vorlauf. Die nächsten 3 bis 5 Jahre plane ich, hier noch viele Veranstaltungen durchzuführen“, so Zühlke. Denn seit der Vollendung der Kernsanierung der Villa in den Jahren 2006 bis 2012 haben hier diverse Events stattgefunden: Hochzeiten, Jugendweihen, Konfirmationen, Teamevents und Firmenfeiern. Die Gäste kamen dabei sowohl aus Potsdam als auch aus dem Umland und von weiter her. „Wir hatten Firmen aus Hamburg und München, Leipzig oder Frankfurt, Hochzeitspaare aus Kanada und Bolivien, Spanien oder Wales. Und meist hatten alle einen Bezug zu dem früheren Bornstedt. So wie die unzähligen Bornstedter selbst, die bis heute gern ihre runden Geburtstage in ihrer alten Turnhalle feiern. „Und das war damals auch der entscheidende Impuls, das Haus zu einer Eventlocation zu entwickeln“, erinnert sich Martin Zühlke.
Treueste Weggefährten sind die ganz alten Bornstedter, die sich noch heute in der Ortsgruppe 78 der Volkssolidarität hier in der Villa treffen: zu Buchlesugen, Tanztee, Fasching, Advent, Ostern, Frauentag und dem Sommerfest.
Auch Live-Musik mit Bandauftritten, bspw. Kruse-Band, Hasenscheisse, den Pirschheidis, Undine Lux oder den Berlins 4, Criminal Dinner, Kulturprojekte, Drehs für den ‚Dann-eben-Anders-Talk‘ des SEKIZ e.V. haben in dem ehrwürdigen Haus bereits stattgefunden.
„Das Team will weitermachen, da bin natürlich gern dabei. Wir nehmen uns inzwischen genügend Zeit, um die Kaufinteressenten kennenzulernen, ihre Angebote zu überdenken und den Übergang zu gestalten“, so der Eventmanager und studierter Architekt. Alle gebuchten und noch zu buchenden Events seien bis 2030 sicher, würden also in jedem Fall durchgeführt, so Zühlke.
Wer das Haus und den schönen EventGarten selbst erleben will, ist am Sonntag, 14. September zum Tag des offenen Denkmals herzlich eingeladen. Dann liegen auch die sechs Bücher aus, in denen Martin-Max Zühlke die Geschichte des Hauses chronologisch erfasst hat und dabei auch interessante, weithin unbekannte Aspekte präsentiert.
Trauen Sie sich, wir trauen uns auch! Hochzeiten, Teamevents, Geburtstage, Drachenboot, Bogenschießen, Weihnachtsfeiern, Silvester uvm.