24/03/2025
„Der Bus mit den Japanern“ - Teil II
Charmanterweise hat sich in den Folgejahren im Viertel rumgesprochen, dass wir keine Wilden sind und eigentlich sogar recht nett und es kamen immer mehr Gäste auch schon zu früherer Stund‘. Auf den Bus mit den Japanern mussten wir immer seltener warten und die Redewendung geriet etwas in Vergessenheit.
Und dann trug es sich zu. Es war ein Sommerabend, aber schon dunkel draußen und ich saß vor‘m Laden bei Gundi an einem der drei kleinen Tische. Von Schanigärten hatte damals in München noch Niemand jemals etwas gehört gehabt. Auf einmal hält ein Bus, ein richtiger Reisebus, in zweiter Reihe vor‘m Salon in der ruhigen Isabellastrasse. Die Beifahrertüre öffnete sich und eine Frau fragte, ob wir noch Kapazitäten hätten für 20 Gäste. Es stellte sich heraus es war wohl Messe in München und die Gäste waren allesamt Japaner, die bei einem japanischen Fernsehgerätehersteller angestellt waren.
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber da war er tatsächlich, der Bus mit den Japanern. Gundi und ich haben so gelacht an diesem Abend.
Irgendwann später verkaufte Gundi ihre Kanzlei und wir hatten ein paar gute Jahre im Salon. Krankheitsbedingt konnte sie zuletzt nicht mehr zu uns kommen, wir hielten dennoch Kontakt und telefonierten an den jeweiligen Geburtstagen und an den Geburtstagen der Kinder. Vor ein paar Wochen hatte ich Gundi noch im Krankenhaus besucht, aber leider jetzt die Info erhalten, dass Sie nun verstorben ist.
Viele der langjährigen Salon Gäste kannten Gundi und ich glaube, es ist eine gute Idee hier die Information zur Trauerfeier mitzuteilen.
Gundhild Weil
15.04. um 14.15 Uhr
Krematorium am Ostfriedhof
St. Martin Straße 41
Tatsächlich konnte ich für den Post hier kein Foto von Gundi finden. Sie war damals schon ihrer Zeit voraus und wollte aus „Datenschutzgründen“ auf Fotos im Salon nicht mit drauf sein.