31/01/2017
Im Umfeld neuer urbaner Entwicklungen und vor Bundestagswahlen, sollte gerade im Hinblick auf das Wort "Globalisierungsverlierer" ein Statement erklingen, dass bisher kaum erwähnt, die Situation einer Gruppe beschreibt, die bis dato eine Gestaltungskraft in den Kommunen war und die keine Lobby hat.
Der "alte" Handelsbetrieb in fast jeder Sparte, verbunden mit dem entsprechneden Handwerk, wird derzeit zu einem Nischenprodukt durch die extreme Veränderung der Vertriebswege, bestimmt von Discounterketten, Supermärkten, Baumärkten und Gartencentern.
Seit dem Beginn der Arbeitseilligkeit in der Arbeitswelt, sind diese Umwälzungen beispiellos, augenscheinlich aber bisher kaum wahrnehmbar.
Der Grund: Der Verbraucher hat von beiden das Beste!
Er/Sie kann wählen vom Dumping bis zum Luxus und weil alles da ist und mehr - überschlagen sich alle, genug zu verkaufen, um überleben zu können. Diejenigen selbstständigen Nicht - Kettenbetireibe, die bisher überlebt haben, geben natürlich alles, doch die Voraussetzungen sind in vieler Hinsicht fundamental andere.
Während der traditionelle Einzelhandel stationär auf den ebenfalls leidenden Großhandel angewiesen ist, kann sich eine Supermarktkette weltweit zu Niedrigstpreisen und -Löhnen eindecken und Handelsspannen verwirklichen, die dem Einzelhandel zunehmend verwehrt bleiben.
Ein weiterer Unterschied sind die Löhne, die sich Handelsketten weitestgehend einsparen, da solche Arbeitskräfte effektivst wenige sind und auch noch im unteren Spektrum verdienen.
Soweit die nationale Unterschied's Definition.
Eingehend auf sozusagen "weiche" Seiten der Entwicklung kultureller, sozialer, ressourcenverbrauchender, lohnpolitischer und nicht zuletzt kommunaloprägender Art ist vorauszusehen, dass die künftige Struktur der Innenstädte und Stadtteilzentren sich wandeln wird.
Firmen wird es schwerer fallen, sich zu etablieren oder etabliert zu bleiben, Fachpersonal weniger eingestellt oder/und ausgebildet werden können.
Mehr und mehr werden sich nicht halten können.
Immobilien müssen anders genutzt werden und deshalb anders nutzbar gemacht werden.
Seit dem Überhandnehmen von Discount- und Supermarktketten können diese sich die Standorte aussuchen. Die Strategie ist meist, mehrere verschiedene Kettenmärkte an Standorten zu konzentrieren. Es entstehen neue Einkaufsviertel, wo es alles gibt, was diese anzubieten haben. So verlagert sich das meiste Einkaufsverhalten dorthin, und die Individualität kommt kurz, in vielen Fällen zu kurz, so dass bisher florierende und vielseitige Stadt- und Dorfteile verdünnen.
Eine Folge ist zunehmende Konzentration auf das Angebot der Ketten.
Möglicherweise ein anderer Trend ist vorhersehbar durch die zunehmende Bewußtheit der Bevölkerungen: Nämlich schlummert in der Angebotskonzentration durchaus eine Art Bevormundung.
Wenn die stärksten, ideenreichsten und handwerksorientiertesten Unternehmen sich behaupten können, dann nur durch das Bedürfnis nach echter Güte, der Sehnsucht nach Individualität und der Bereitschaft, den Wettbewerb wörtlich zu nehmen und für das eigene Produkt eines Betriebes, wie wir ihn kannten, dann und wann den Mehrwert mit dem einen oder anderen Euro mehr zu vergüten.
Qualität braucht eben Personal und Know-How!