24/11/2020
Lebwohl oder auf Wiedersehen?
Oder warum was Klitzekleines einen riesen großen Traum hat platzen lassen!
Ich schreibe heute hier, weil ich euch, geschätzte Kunden, Lieferanten, Kollegen und Freunde der Event Group Germany, nicht darüber im Unklaren lassen will, welche großen Veränderungen sich seit März bei uns zugetragen haben.
Mein Ziel war immer, dass sich unsere Kunden gut aufgehoben fühlen und das soll auch so bleiben. Es geht aber leider nicht weiter wie bisher. Die Event Group Germany wird sich gravierend verändern.
Wir werden umziehen und haben uns bereits drastisch verkleinert.
Ja, wir sind noch weiterhin für euch da.
Nein, wir werden nicht mehr das komplette Spektrum bieten, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war.
Ich bitte euch um Zeit. Ich muss mich erst mal sortieren und auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Ich bin nicht mehr in der Lage, mit dem Anspruch, mit dem ich bisher gearbeitet habe, die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen. Es fehlt mir, schlicht und ergreifend, das Wichtigste was ich je hatte und was der Garant für den außerordentlichen Erfolg der letzten Jahre war, meine Mitarbeiter.
Diejenigen die nicht gerne so viel Text lesen, würde ich an dieser Stelle schon mal verabschieden, allen anderen will ich aber noch kurz erzählen, wie es dazu kommen konnte:
Bereits mit Beginn der Pandemie habe ich mir sehr viele Gedanken gemacht, wie es möglich wäre, möglichst schadenfrei aus der Sache heraus zu kommen.
Ich war am Anfang sehr aufgeregt und erschüttert über die Ereignisse, aber ich versuchte trotzdem alles irgendwie richtig zu machen, um das Unternehmen und die Mitarbeiter zu schützen, wirtschaftlich und gesundheitlich. Leider wurde es je mehr ich versucht habe an Lösungen zu basteln, von Tag zu Tag deutlicher, dass diese Pandemie keine konjunkturelle Delle, sondern einen wirtschaftlichen Supergau auslösen würde.
Alle Energie, die von mir und meinem Team reingesteckt wurde, half nicht die Situation zu verbessern. Es fehlte mir definitiv daran, was man eine langfristige Perspektive nennt. Ja, es hat uns und mir die Füße weggehauen, dass Menschen plötzlich in systemrelevant und nicht systemrelevant aufgeteilt wurden. Unsere Branche war nie still. Ich hatte nicht das Gefühl vergessen zu sein. Ich bekam allerdings einen ganz anderen Eindruck, nämlich dass uns immer wieder suggeriert wurde, dass Veranstaltungen und Reisen die Ursache seien, weswegen Menschen sterben. Es gab wegen Corona keine Aufträge mehr. Wir haben finanzielle Umsatzeinbußen von 85 -90%. Die Mitarbeiter mussten alle in Kurzarbeit. Als Mensch, der gerne arbeitet, geht man daran kaputt. Man ist zum Nichtstun gezwungen, ganz zu schweigen, von den finanziellen Einbußen die jeder von uns hat.
Ich möchte niemandem einen Vorwurf machen, der über die ganze Situation eine andere Meinung hat als ich, ich möchte mit diesem Post nicht austeilen sondern mich persönlich mitteilen.
Anfang Juni habe ich in enger Abstimmung mit meinem Geschäftspartner Dennis Reuter beschlossen, dass es in dieser Form nicht weitergehen kann, da es noch ein weiter Weg sein wird, bis Veranstaltungen wieder auf die „alte Art“ stattfinden können.
Daher haben wir allen unseren Mitarbeitern, schon zu diesem Zeitpunkt nahegelegt, sich über ihre Zukunft intensive Gedanken zu machen und sich einen neuen Job außerhalb der Branche zu suchen, wohlwissend dass wir damit eine unserer wichtigsten Säulen verlieren werden, die Menschen!
Diesem Rat sind die meisten von ihnen auch erfolgreich gefolgt.
Meine Mitarbeiter sind und waren das Wertvollste was es bei uns gab, ich hätte mir niemals ein tolleres, loyaleres oder motivierteres Team wünschen können. Ich denke, jeder neue Arbeitgeber der einen Stammspieler der EGG Mannschaft ergattern konnte, kann sich sehr glücklich schätzen. Es bringt schlicht und ergreifend nichts, die Firma in der Größenordnung, ohne die dringend benötigten Facharbeiter, so weiter zu führen.
Auch nach dem Weggang aus unserem großartigen Lager in Heusweiler – Holz werden ich und Dennis Reuter weiterhin für eure Anliegen da sein. Wo und in welchem Umfang genau, wird sich aber erst im Laufe des kommenden Jahres zeigen. Aber ich versichere euch, wir wollen auch in Zukunft mit euch allen Geschäfte, oder noch viel lieber, Veranstaltungen machen!
Also lasst euch nicht entmutigen und jeder von euch meldet sich auch in Zukunft bitte bei mir, oder bei Dennis, wie sie oder er es auch früher getan hat. Wir lieben unseren Job und sind auch in Zukunft sehr daran interessiert eure Ideen in das passende Event zu verwandeln.
Was ich noch sagen möchte: Viele Menschen haben versucht, uns zu unterstützen: Ob es um den Kauf von Gutscheinen geht, ob sich Personen als freiwillige Helfer angeboten haben, Kunden haben angeboten, ausgefallene Veranstaltungen trotzdem zu bezahlen und diese im kommenden Jahr dann erst umzusetzen. Da waren schon ein paar schöne Dinge dabei. Dafür, ein besonderes Dankeschön! Ich werde es hier vermeiden einzelnen Personen oder Firmen zu danken, weil ich ja bestimmt jemanden vergessen würde, der es mehr als verdient hat.
Eine Ausnahme möchte ich jedoch machen: Danke Christine Vogt, danke für die tolle Zeit, den immer fairen Umgang und die homöopathische Grundversorgung. Du warst eine klasse Vermieterin!
Nach Corona sehen wir uns sicher alle wieder! Bleibt gesund und alles Gute bis dahin.
Jens Puhl