16/07/2026
Schön unheimlich und unheimlich schön, wenn das Ende des Abends, des Programms und der Welt aufeinanderfallen. Aber so war es, bei uns, am vergangenen Montag, bei der letzten Veranstaltung unseres Frühjahrs-/Sommerprogramms, mit Klaus Brinkbäumer und Salon-Moderator Jens Meyer-Kovac.
Am Ende des Abends stand eine Publikumsfrage, die wissen wollte, wie viel Untergangsstimmung in Brinkbäumers Buch "Der amerikanische Albtraum. Faschismus made in USA" stecke (S. Fischer Verlage). Der Autor beeilte sich zu versichern, dass das Buch als optimistisch-produktiver Debattenbeitrag und nicht (nur) als quasi-nostradamisches Geunke aufzufassen sei.
Apokalyptisch aber ist das Buch dennoch; insofern als das griechische Wort so viel wie "Offenbarung", "Enthüllung" oder "Entschleierung" bedeutet. Brinkbäumer enthüllt eine Menge über Trumps Amerika, über das "Project 2025", über den Kampf gegen Wissenschaft, Demokratie, Medien, Realität. So viel, dass der Untertitel des Buchs sachlich und nicht reißerisch ist.
Dann ging der Abend zu Ende, unser Programm, die Welt. Pünktlich zum Schlussapplaus des maximal erschienenen Publikums enthüllte der Himmel seine Kraft und inszenierte das, was der Volksmund gerne einen "Weltuntergang" nennt. Neben nackten heißen Füßen, die in Sandalen steckten, entstanden binnen Minuten schneeartige Hagelhaufen; aber die Sandalenfüße konnten nicht weg, weil draußen die Welt immer noch am Untergehen war.
So wurde das Conti-Foyer zur großen Wetterschutzhütte. Gemütlich, ein bisschen wie früher fast; wir ließen die Bar auf und die Grüppchen länger reden. 30-45m später trauten sich die ersten raus. Ein Stammgast ballte einen Hagelschneeball und wünschte uns einen schönen Sommer.
Danke.
Selber!
Großer Dank an die VHV-Stiftung!
Fotos: Rosa Burczyk / privat