28/03/2017
Hallo zusammen, heute melde ich mich zum ersten Mal mit einer Kritik zu einem Produkt zu Wort, was ich regulär eigentlich nicht mache. Ich nutze vor kurzem die Gelegenheit der Stunde um mir mit einem Fotobuch-Gutschein für Saal-Digital ein eben solches zu entwerfen.
Zunächst habe ich mir den Kopf zerbrochen, was ich mir überhaupt für ein Fotobuch erstellen soll. Die Wahl war dabei eigentlich so schwer nicht, denn mir fehlte noch ein Portfolio in meiner Sammlung. Normalerweise überlege ich mir bei Entwürfen für Fotobücher, insbesondere bei Fotobüchern zu meinen Hochzeitsreportagen, ein grundlegendes Konzept über den Aufbau und einen roten Faden, der sich durch das Buch zieht und neben den Bildern auch eine Geschichte wiedergibt. Da aber die Zeit enorm drängte und der Gutschein innerhalb einiger Stunden abzulaufen drohte, habe ich nicht lange über ein solches Konzept für mein Portfolio nachgedacht und einfach die Software installiert.
Saal-Digital bietet für Bestellzwecke jeder Art, seien es Wandbilder oder Poster, Karten, diverse Geschenke und natürlich Fotobücher, die Saal Design Software (Ich beschränke mich in dieser Kritik auf die Version 4.0.96, die zum Zeitpunkt meiner Bestellung die aktuellste war). Leider fällt mir schon hier das Layout ein wenig unübersichtlich auf. Ich bin in einer Art Inlineframe gefangen, den ich nicht variabel vergrößern oder verkleinern kann. Einzig das Hauptfenster, welches sich im Hintergrund befindet, lässt sich maximieren oder skalieren, was aber nur bedingt einen Einfluss auf die einzelnen Buttons hat. Nach einem Klick auf Fotobuch stehen mir unterschiedliche Cover und Unterprodukte wie Fotohefte oder Geschenkboxen zur Auswahl. Die Auswahl ist ausreichend und solide, man wird nicht erschlagen von unnötig vielen Produkten. Mit einer weiteren Auswahl zur Kategorie Fotobuch erscheinen 6 mögliche Formate. Was mir direkt auffällt ist das Fehlen eines individuellen Formats, was ich ebenfalls sehr bedauere. Für mein Portfolio wählte ich ein Querformat in A4.
Um die Anforderungen zu spezifizieren, kann man nun individuelle Cover bzw. Umschläge wählen. Darunter glänzend, Leder, Leinen oder Holzoptik, sowie die Auswahl einer möglichen Wattierung, welches das Cover etwas aufplustert. Dazu kommen Kostenpunkte über die Auswahlfelder für Geschenkverpackung, Seitenoberfläche und Barcode… Richtig gelesen. Dass ein Barcode mit zur Preisauswahl (mit Barcode 5 Euro günstiger) gehört, finde ich bei einer professionellen Fotosoftware - freundlich ausgedrückt - ziemlich dreist. Naja. Für meine Zwecke wählte ich ein einfaches glänzendes und wattiertes Cover, matte Innenseiten bei Echtfotopapier (Seiten lassen sich flach ausbreiten) und den Barcode – spart schließlich 5 hart verdiente Euro.
Nun erhält man die Auswahl für eine Designvorlage. Da mir keine Vorlage gefiel, entschied ich mich für ein individuelles Design, quasi den softwareeigenen Layout-Editor. Bei allem, was mir an der Software nicht gefällt, ist dieser Manager das schlimmste. Selten habe ich mehr experimentieren müssen, damit ich meine Wunschgestaltung, mehrere Bilder randlos und gleichmäßig auf einer Seite platzieren im Hoch- und Querformat, realisieren konnte. Weil es von Hand hinten wie vorne nicht passte, musste ich mir einen Taschenrechner zur Seite nehmen und habe damit die Positionierungen und Größen der einzelnen Bilder erstellt. Hier hat die Software ein dickes fettes Minus kassiert. So kompliziert habe ich bis heute keine Bilder positionieren müssen, nicht einmal bei manch Budget-Hersteller – und das mag was heißen. Nach einigen Stunden hatte ich alle Bilder soweit platziert, wie ich es wollte, wenngleich ich nicht wirklich prüfen konnte, ob zwischen den Bildern vielleicht noch Lücken vorhanden waren. Immerhin habe ich am Ende herausgefunden, dass man sich eigene Vorlagen erstellen kann, um diese wiederzuverwenden.
Nach der Bestellung dauerte es nur wenige Tage und mein Fotobuch kam mit DHL hereingeflattert. So schnell hätte ich eine Lieferung dann doch nicht erwartet. Auch die Qualität des Buches, insbesondere des Echtfotopapiers, können mich voll überzeugen. Hier lässt sich Saal-Digital nicht lumpen und vor den Mitbewerbern brauchen sie sich auch nicht zu verstecken. Die Bilder profitieren von den knackigen Farben, guten Kontrasten und der feinen mattierten Oberfläche, so wie ich es mir vorgestellt und auch gewünscht habe.
Die Geister scheiden sich bei Saal-Digital. Auf der einen Seite liefern sie tolle und qualitative Produkte, bei deren Herstellung und Lieferung man sich keine rotierenden Sanduhren herbei denken muss. Die Software allerdings missfällt mir sehr, insbesondere die Frickelei, Bilder vernünftig zu skalieren und zu positionieren. Dazu ist es Umständlich realisiert worden, vor Bestellbestätigung noch einmal alles auf umständlichem Wege prüfen zu können. Alles ein wenig Erdbeerkäse. Dazu kommt die Geschichte mit dem Barcode, die ich nicht wirklich nachvollziehen kann, selbst dann, wenn er den Mitarbeitern ein paar Minuten Arbeit erspart.
Ich gebe der Software 3 von 10 möglichen Punkten und dem Buch – auf Möglichkeiten, Vorgaben und Qualität bezogen – 8 von 10 Punkten.