18/10/2026
Hier mal was in eigener Sache und was uns auf dem Herzen liegt:
Eine offene Bühne lebt von mehr als nur Musik
Nobbi hat die offene Bühne mit viel Herzblut, Engagement und Leidenschaft aufgebaut. Es ist ihm eine echte Herzensangelegenheit, dieses Projekt weiterzuführen und Künstlern eine Plattform zu bieten, auf der sie sich präsentieren, ausprobieren und ihre Musik mit anderen teilen können. Dafür gebührt ihm große Anerkennung. Denn eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen und am Leben zu halten, bedeutet viel Arbeit, Zeit und Idealismus.
Doch damit eine offene Bühne langfristig bestehen kann, braucht es mehr als gute Musik und engagierte Veranstalter. Es braucht auch gegenseitige Wertschätzung, Verständnis und die Bereitschaft aller Beteiligten, zum Gelingen des Abends beizutragen.
Ein Punkt ist dabei auch die wirtschaftliche Seite. Eine Kneipe muss Einnahmen erzielen, um Veranstaltungen wie diese dauerhaft anbieten zu können. Wenn Künstler lediglich ihre zwei Freigetränke in Anspruch nehmen, ansonsten aber kaum etwas konsumieren und nur wenige eigene Gäste mitbringen, wird es schwierig, ein solches Angebot langfristig zu finanzieren. Natürlich steht bei einer offenen Bühne die Musik im Vordergrund und nicht der Umsatz. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass auch der Veranstaltungsort Kosten hat und auf Unterstützung angewiesen ist.
Auch das Publikum spielt eine wichtige Rolle. Wer selbst auf der Bühne steht, wünscht sich zu Recht Aufmerksamkeit und ein interessiertes Publikum. Umso schöner wäre es, wenn diese Wertschätzung auch den anderen Künstlern entgegengebracht würde. Leider kommt es vor, dass manche Musiker die volle Aufmerksamkeit für ihren eigenen Auftritt erwarten, die Veranstaltung aber bereits nach dem zweiten oder dritten Act wieder verlassen.Oder sofort nach ihren Auftritt. Für diejenigen, die später auftreten, bedeutet das häufig ein deutlich kleineres Publikum. Dabei haben gerade auch diese Künstler es verdient, gehört und respektiert zu werden.
Eine offene Bühne sollte schließlich ein Miteinander sein, bei dem nicht nur der eigene Auftritt zählt, sondern die gesamte Veranstaltung. Wer anderen zuhört, sie unterstützt und bis zum Ende bleibt, trägt wesentlich dazu bei, dass eine solche Bühne für alle Beteiligten zu einem besonderen Erlebnis wird.
Und auch beim Publikum braucht es manchmal ein wenig Verständnis für das Format. Eine Musikveranstaltung ist naturgemäß nicht dasselbe wie ein gemütlicher Kneipenabend, bei dem man sich ungestört unterhalten kann. Natürlich gehören Gespräche und Geselligkeit dazu. Dennoch sollte man sich bewusst machen, dass auf der Bühne Menschen stehen, die ihre Musik präsentieren und sich wünschen, dass man ihnen zuhört. Ein wenig Rücksichtnahme kann hier viel bewirken.
Am Ende geht es nicht darum, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen oder Erwartungen zu stellen, die niemand erfüllen kann. Es geht vielmehr darum, sich bewusst zu machen, was eine offene Bühne ausmacht und was nötig ist, damit sie bestehen bleiben kann: Engagement, gegenseitiger Respekt, ein aufmerksames Publikum und die Bereitschaft, gemeinsam etwas zu unterstützen, das für viele Menschen eine Bereicherung ist.
Nobbi hat mit viel Herzblut etwas geschaffen, das es wert ist, erhalten zu bleiben. Damit er diesen Weg weitergehen kann, sollte die offene Bühne nicht allein seine Herzensangelegenheit sein. Sie sollte eine Herzensangelegenheit aller werden, die sie besuchen, auf ihr auftreten und ihre besondere Atmosphäre schätzen.