26/05/2024
Ein paar Worte, auch bezogen auf einen meiner letzten Posts, indem ich schrieb das dieses Gathering das RADIKALSTE der letzten 17 Tribal Gatherings wird.
Heutzutage das Wort „ radikal“ zu verwenden ist eher grenzwertig bis gefährlich.
Radikal kann leicht mit fanatisch gleichgesetzt werden und Fanatismus empfinde ich als etwas schreckliches.
Egal ob islamistischer Fanatismus, zionistischer Fanatismus, religiöser Fanatismus, kapitalistischer Fanatismus a la Trump und Amerika, feministischer Fanatismus und eben auch spiritueller Fanatismus!
Im Fanatismus schalten wir unser eigenständiges denken und fühlen aus und fokussieren uns auf eine Doktrin oder Überzeugung von außen.
Es wird nicht reflektiert.
Wir wollen jedoch einen Raum schaffen, der sich sicher und stabil genug anfühlt, damit jede/r einzelne die Kraft und den Mut findet, wirklich zu reflektieren, nachzufühlen und eigenständig zu denken.
Und da kommt die radikale Note ins Spiel.
Wie weit sind wir bereit in Eigenverantwortung unsere eigenen inneren Schatten bewußt wahrzunehmen und auszuhalten, ohne diese unliebsamen Emotionen sofort auf einen kausalen Grund im Außen zu projezieren.
(was in den allermeisten Fällen wenn es wirklich ab dem 3. Tag zur Sache geht, dann immer der Partner, Christian Fender, das Essen oder ich bin).
Das Problem mit der Lichtarbeit ist, daß solange ich mich nicht meinen eigene inneren Zwängen, Vermeidungsstrategien und ungewollten Emotionen stelle, jegliche Heil und Bewußtseinsarbeit keine nachhaltige Auswirkung hat.
Es geht sogar so weit das jegliche s spirituelles Handeln, jeglicher Brauch, räuchern, ecstatic tanzen, breathwork, Medizinrituale, Ta**ra, Yoga und alles was es sonst noch gibt in der Wundertüte moderner Spiritualität und Shamanismus, sich dann ins Gegenteil verdrehen kann.
Dann kann jeglicher Brauch eine Vermeidungsstrategie sein , sich nicht wirklich selbst wahrnehmen und fühlen zu müssen.
Dann ist ecstatic dance nur Ablenkung, dann ist Pe**te nur eine Droge, dann sind Schwitzhütten eine sehr gute Möglichkeit zur Dissoziation, dann ist alles ausgelegt auf einen Endorphinkick um die ganze Scheiße wenigstens ein paar Stunden nicht fühlen zu müssen.
Dann kann mein spiritueller Weg, den mein Ego so geil findet weil ich endlich etwas besonderes bin, mich nur noch mehr von mir selbst entfernen.
Versteht ihr wie wichtig es ist, radikal an die Wurzel unserer innersten Vermeidungsstrategien zu gehen, um überhaupt an den Kern des Übels zu kommen?
Es ist mehr als sinnlos, an noch einer weiteren Yogastunde teilzunehmen, wenn unserer meist unbewußter Beweggrund, Yoga zu machen, der ist, daß wir uns danach ruhiger, stärker und geerdeter fühlen um dann unsere Schattenanteile noch besser kontrollieren zu können und einfach nur noch dissoziierter in einer sinnlos gewordenen Welt zu funktionieren.
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Wir essen jeden Abend in Stille zusammen.
Wir gehen in jedem grossen Kreis für Momente in Stille.
Wir versuchen, das alle in Stille den täglichen grossen Kreis verlassen.
Weil in der Stille die brachiale Lautstärke unserer wild tobenden inneren Dämonen erst wahrnehmbar ist und sie sich dann mit jedem ruhigen Atmenzug besänftigen und neuer Raum entsteht.
Sogar die von uns allen so hoch gepriesene Liebe ist ohne die Integration des Schmerzes und der Angst, nur ein weiteres fantastisches Dissoziationswerkzeug.
Immer schön wie der Joker in Batman, verkniffen Lächeln und mit offenen Armen, laaaange meine so arg herbeigewünschten Brüdern und Schwestern umarmen.
So erschaffen wir nur einen weiteren künstlichen und von der Wahrhaftigkeit getrennten Raum.
Genau wir der Raum des so negativ bewerteten System, auch Matrix genannt.
Und genau da ist der Ansatz des Tribal Gatherings und genau dort unterscheiden sich diese Gatherings von anderen und sind auf ihre Art RADIKAL.
Wahrhaftiges Sein erfodert die Integration und Selbstverantwortung unserer eigenen Schattenanteile.
Es gibt keine nachhaltige Heilung, Licht, Liebe oder Verbundenheit, ohne sich (immer wieder aufs neue) vorher dieser inneren Arbeit zu stellen.
Und um diesen meist schwierigen Weg zu gehen, braucht es so viele positive Ressourcen wie möglich, denn es ist einer der herausfordernsten Wege des Lebens.
Wir haben einen wunderschönen Platz,5 min Fußweg vom Grunewaldsee entfernt.
Wir kochen gesunden, veganes Essen und nehmen es mit Wertschätzung in Stille gemeinsam ein.
Wir haben immer bezaubernde Musik von inspirierten Künstlern dabei.
Wir haben den Zauber unserer Kleinsten dabei und nehmen die Kinder in die Mitte des Kreises.
Wir haben den Segen unserer Ältesten als Berater*innen.
Wir haben das System der Soziokratie und der Peacekeeper um uns zu schützen vor Machtmissbrauch.
Wir haben uns als Gemeinschaft um einen Boden aus Vertrauen zu kreieren.
Und wir haben tolle Raumhalter um uns zu helfen, uns selbst in geschützten Räumen, jeden Tag ein bisschen tiefer zu begegnen.
Ich hoffe das mein Gebrauch des Wortes radikal jetzt etwas besser verständlich und fühlbar geworden ist.
Wir wollen radikal kein oberflächliches, abgehobenes, neoshamanistisches, künstlich liebendes Gathering.
Wir wünschen uns anzukommen, mit euch, im Herzen des Lebens, auf dem Boden der Tatsachen und in der besten Verbindung, die möglich ist, ohne uns selbst zu verleugnen.
Wir wollen das Spiritualität kein Konzept ist, sondern frei von allen Dogmen, fühlbar ist in der Verbindung zur Natürlichkeit und Ursprünglichkeit des Seins.
Ahoooo meine Lieben abhehobenen Spiritisten.
Es verbindet mich eine mitlerweile 35 jährige Hass-Liebe mit euch.
Und obwohl ich schon mehrmals diesen Weg und die Seelenverbindung zu euch kündigen wollte, habe ich nie einen annähernd so erfüllenden und Sinn machenden Weg gefunden wie diesen.
Licht und Liebe,
Schatten und Schmerz,
euer Roni Israel Kleiner
🙏🤍🪬
Foto zeigt mich mal ganz privat ohne Federn auf dem Hut mit meiner geliebten Tochter Tiara und ihre fantastischen Mama Clarissa beim frühstücken in unserem Kiez in Schöneberg