07/11/2017
Die Rezepte meiner Mutter (in diesem Fall sogar meiner Großmutter) sollten nicht verloren gehen.
Deshalb werde ich sie nach und nach posten, damit ihr alle sie nachkochen könnt.
Genau so mache ich den rheinischen Döppekochen heute noch für die kölschen Buffets beim Fiesta-Partyservice und natürlich Zuhause. Für diejenigen, die nicht wissen, was ein "Döppe" ist: da würde man heute wahrscheinlich Auflaufform zu sagen. Ich mache den aber am liebsten in einem emaillierten oder einem gußeisernen Topf. Die Döppen (egal welche) muß man mit reichlich Sonnenblumenöl einschmieren und dann die Masse vorsichtig reinheben, damit sich eine schöne Kruste bildet.
Zur Zubereitung: Die Kartoffeln werden durch die feine Reibe der Küchenmaschine gelassen, so wie für Reibekuchenteig. Dann muß die Masse ordentlich ausgequetscht werden (meine Oma hat dafür immer ein Küchenhandtuch genommen. Es reicht aber auch ein feines Sieb). Dann kommen die in Milch eingeweichten Brötchen - auch vorher auf einem Sieb ausgequetscht - dazu. Dann die kleingehackten Zwiebeln, der Speck - in Würfeln -, und der Quark und die Eier. Das ganze mit ordentlich Salz, ein wenig Pfeffer und Muskat würzen.
Dann, wie oben schon beschrieben, den Topf (aber bitte keinen Edelstahltopf, da würde das ganze kleben bleiben) oder die Auflaufform gut einölen und die Masse vorsichtig draufheben. So dass die Masse das Öl verdrängt. Dann von oben auch ein wenig Öl draufgeben, damit sich eine schöne Kruste bilden kann.
In einem Topf wird der Kartoffelauflauf ca. 2 Stunden Garzeit benötigen. Falls eine flachere Auflaufform benutzt wird, könnte es schneller gehen. Fertig ist er, wenn sich eine schöne Kruste gebildet hat und die Masse innen gar ist. Bei Unsicherheiten einfach mal eine Gabel rausholen und probieren.
Ich habe mich als Kind immer riesig gefreut, wenn das ganze Haus nach Döppekochen roch. Weil die Zubereitung eine ganz schöne "Schweinerei" in der Küche verursacht und Oma mit den Kartoffeln so rumgematscht beim Auspressen, habe ich das Gericht immer Matschkuchen genannt.
Das Gericht gibt es übrigens auch viel in der Eifel und im Sauerland. Dort heißt es aber mitunter "Kesselsknall" und wird oft mit Mettwurst (in Scheiben geschnitten) zubereitet.
Das Gericht ist ein typisches Bauerngericht und wurde in vielen Gegenden traditionell zum Martinsfest gegesssen, bei den Leuten, die sich keine Gans leisten konnten.