29/12/2020
Wir sind eine Werbe- und Eventagentur, die Marketing Events für Firmen im B2B oder B2C Bereich plant, organisiert und durchführt tätig. Also genaugenommen bis März durchführte. Denn wir sind durch die mittlerweile drei Lockdowns de facto mit einem Berufsverbot belegt. Haben aber keine Unterstützung für unseren Umsatzverlust erhalten, da wir der Gesetzeslage entsprechend nicht als behördlich geschlossen gelten. Das alleine ist eigentlich schon ein gewisser Zynismus: Die Regierung meint uns nicht unterstützen zu müssen, weil wir ja offen halten können, den (potentiellen) Kunden ist es aber verboten unsere Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Toll. Aber das hat in Österreich ja eine lange Tradition, schließlich darf man hier auch Feuerwerkskörper und Radarwarner kaufen, jedoch nicht verwenden. So weit, so schlecht.
Nun taucht die Ankündigung der „Hilfe für vom Lockdown indirekt Betroffene“ wie ein Silberstreif am Horizont, nicht nur für uns sondern für alle Eventagenturen, auf! Sollte es jetzt einen Umsatzersatz auch für unsere Branche geben? Weit gefehlt!
Sie scheinen das Geschäftsmodell von Eventagenturen nicht zu verstehen! Wir haben nicht mind. 50% Umsatzzusammenhang mit einem oder mehreren im Lockdown geschlossenen Betrieben! Sondern wir beauftragen diese! Also, würden Sie beauftragen, wenn wir dürften. Unsere Kunden und Auftraggeber wiederum sind Firmen, die Ihre (potentiellen und bestehenden) Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter und Partner zu informativen und/oder unterhaltenden Veranstaltungen einladen. Incentives, Galas, Präsentationen usw. WIR konzipieren, planen, organisieren und wickeln diese Veranstaltungen ab. Wir suchen und beauftragen im Namen unserer Kunden Veranstaltungsräumlichkeiten, mieten Locations an, besorgen Möbel, Technik, Catering, Personal usw. Wir engagieren Künstler, Moderatoren oder Key-Note-Speakers. Wir tun alles, was ein Veranstalter tut, aber eben als NICHT geschlossene Firma sondern im Namen unserer Auftraggeber. Und genau das dürfen wir nicht, weil (aus zwar verständlichen Gründen) Veranstaltungen untersagt sind.
Wir dürfen also tatenlos in unseren geöffneten Büros herumsitzen und bekommen dafür keine Unterstützung. Wir repräsentieren eine ganze Berufsgruppe, die komplett durch den Rost fällt. Wir haben keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Danke für nichts!