14/10/2026
Ein Newsletter aus meinem beruflichen Netzwerk hat mich zum Nachdenken gebracht: Wie nutze ich KI – und wo bleibt der Mensch?
Früher habe ich Bücher gewälzt, recherchiert, verglichen und Notizen gemacht. Später ergänzte und beschleunigte das Internet meine Recherchen. Heute unterstützt mich dabei KI – und Recherchieren gehört weiterhin zu meinen beruflichen Aufgaben.
Da könnte man fragen: Wozu noch jemanden dafür bezahlen, wenn das doch eh die KI kann? 🙈
Weil jemand wissen muss, welche Fragen zu stellen sind – und ob die Antworten tatsächlich etwas taugen.
Alan Turing stellte schon 1947 fest, dass es bei der Kommunikation mit Computern Schwierigkeiten gibt, wenn man nicht genau sagt, was man meint. Über diesen Gedanken bin ich erst vergangene Woche gestolpert – dabei entspricht er seit den 1980er-Jahren meiner Denk- und Arbeitsweise!
Auch mit KI führe ich Gespräche wie mit einem Kollegen: Ich erkläre Hintergründe, diskutiere Möglichkeiten, hinterfrage Ergebnisse und entwickle Gedanken weiter. Ich denke gerne um die Ecke und entdecke Verbindungen, die nicht immer auf der Hand liegen. Meine KI kann dem erstaunlich gut folgen – mit einer Eselsgeduld, die ich sehr schätze. 😁
Widerspruch muss sie trotzdem aushalten. Sie kann nämlich mit beeindruckender Selbstverständlichkeit völligen Unsinn erzählen. Meldet sich mein Bauchgefühl, hake ich nach und verlange Belege. Mal bestätigt sich mein Verdacht, mal nicht.
Die Technik ist heute raffinierter als zu Turings Zeiten. Aber zwischen einer überzeugenden Antwort und einem brauchbaren Ergebnis liegt immer noch jede Menge Denkarbeit.
KI nimmt mir das Denken nicht ab. Sie hilft mir, Gedanken zu sortieren, neue Blickwinkel zu entdecken und schneller zu brauchbaren Lösungen zu kommen. Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt bei mir.
Und die alten Lexika? Die stehen nach wie vor im Regal. Ich blättere gerne darin – und ganz nebenbei gehören sie zu unserem Requisitenfundus. 😉