11/09/2024
Ich bin ein alter Mann. Nicht weil ich mich grundsätzlich körperlich so fühle, sondern weil ich hier bei Facebook poste, Instagram nur gelegentlich nutze, Plattformen wie TikTok oder Snapchat nur aus dem (deutlich jüngeren) Umfeld kenne und wahrnehme. Ich versuche, die Dinge zu nehmen wie sie sind, störe mich am Hass und der Niedertracht und habe ab und zu Schwierigkeiten, alles zu ertragen. Einmal kurz ein wenig Ranting meinerseits, weil es ein ganz gutes Beispiel liefert. Um dann gleich auch eine für mich funktionierende Lösung anzubieten. Ich bin nicht frei von emotionalen Ausbrüchen, ich schimpfe und finde viele Dinge auch nicht gut. Ich versuche, dann überlegter damit umzugehen und nicht schnell und gefällig in diesen Habitus überzugehen, bestenfalls die "andere" Seite auch zu vertsehen.
Zum Thema:
Es geht - völlig überraschend - um Sport - somit also ein Luxusthema/problem, weil im Vergleich zu anderen Themen eben nicht "auf Leben und Tod", existenzbredohend per se oder mit ähnlich fatalen Folgen, wenn sich bewusst diffamierend, hetzerisch oder hasserfüllt geäussert wird. Auch hier der Einschub: Das werden Sportler*innen und Funktionäre auch anders erlebt haben. Das ist mir bewusst, soll aber nicht Thema dieser Ausführung sein - ihr kennt alle meine Einstellung zum Leben, zur Gemeinschaft und dem Zusammenleben und wie damit umgegangen werden muss.
Ich mache mein ganzes berufliches Leben sehr eindeutig "irgendwas mit Medien". Was mir vor allem in der Sportberichterstattung (sie ist einfach sehr nahe an meinem Wirken und Interessen angelagert) immer wieder auffällt, ist der mangelnde Respekt, das abfällige Verarbeiten von Ergebnissen über allem - in einem Atemzug mit dem Beklagen, dass man es ja so schwer hat mit dem Erreichen der Zielgruppe, dem Schaffen von Relevanz. Da gab es auf einem Sportportal eine Bilanz zu den . Sie fiele ernüchternd aus, so die Headline. Ähnliches gab es ein paar Wochen vorher zu bei den Olympischen Spielen. Egal bei welchem Ereignis: Die Athlet*innen leisten Dinge, die wir Normalos nicht mal im Ansatz nachvollziehen können, Entbehrungen über Jahre, Verzicht, Verlust, den Umgang mit Niederlagen... you name it. Da fehlt mir ein gehöriger Berg an Respekt, wenn es dann nüchtern um Bilanzen geht, das ist handwerklich einfach nicht sauber.
Ich hab diesen Beitrag ausgespielt bekommen, obwohl ich dem Portal aus eben diesem Grund nicht folge. Plot-Twist: Einen Tag später bekomme ich eben von diesem Portal ein "Rising-Fan"-Abzeichen vorgeschlagen...
Ich war kurz davor so etwas zu posten wie: "Ich weiß nicht, was erbärmlicher ist - Eure Schlagzeile oder dass ein Klick als Nicht-Follower schon ein Rising-Fan-Abzeichen zur Folge hat und die daraus abzuleitende Relevanz Eurer Seite..."
Ich wäre nur nicht besser gewesen und hätte mich aufgrund ähnlichen Flachpass-Niveaus schlecht gefühlt. ;)
Das war jetzt ein aktuelles Beispiel, ich könnte etliche andere Fälle auch aus anderen Resorts aufzeigen mit missglücktem Storytelling oder falsch gesetztem Fokus. Das fühlt sich aber nicht besser an, als das oftmals erbärmliche Clickbaiting oder der Headline-Journalismus, der so häufig vor den eigentlichen, wirklich bemerkenswerten Geschichten kommt. Einfach, weil es bequem Quote bringt.
Deswegen meine Bitte an die Medienschaffenden: Macht das nicht. Holt die tollen Aspekte aufs Tableau, stellt die priorisiert ins Rampenlicht und nicht die negativen Seiten, weil sie mehr geklickt werden. Das schafft Relevanz, das schafft Verbindung und zeigt, dass ihr respektvoll mit Eurem Umfeld umgehen wollt. Und es wäre auch ein Signal, dass nicht nur immer Missgunst, Schadenfreude oder Neid als Optionen Bestand hätten, sondern man sich auch mit anderen über Erreichtes freuen kann. Rant Ende.
Jetzt ein wenig Musik, Stichwort Kernkompetenz. Und versprochen: Ich versuche das respektvoll und mit Anerkennung zu tun. Link für Euch wie gehabt im ersten Kommentar.
Cheers, der Seb.