12/06/2026
Irgendwann ist immer das erste Mal.
Und ich erinnere mich noch so gut an meine erste Trauung.
Am Tegernsee, beim Bauer in der Au. Eine wunderbare Location übrigens.
Zu Hause alles vorbereitet: Hab ich die Rede dabei? Vor allem die richtige? Nicht auszudenken ...
Funktioniert mein Equipment? Ich hatte ja noch nie mit so etwas zu tun.
Mit Mikrofon sprechen? Eine Herausforderung. Beim Üben bekam ich regelmäßig Schnappatmung.
Auf jeden Fall rechtzeitig losfahren. Auf keinen Fall zu spät kommen.
Auf der Fahrt: Herzklopfen ohne Ende.
Ich komme an und stelle fest: Da darf ich gar nicht hochfahren.
Aber was sein muss, muss sein.
Also über das Weidegitter und dem Navi hinterher. Das hat ja bekanntlich immer recht.
Nur wusste es nicht, dass Kühe mitten auf dem Weg stehen und mein Auto verständnislos anstarren.
Ein zaghaftes Hupen. Die Kühe bewegten sich. Ich auch.
Endlich angekommen.
Alles herrichten. Durchatmen. Zur Ruhe kommen. Auf die Hochzeitsgesellschaft warten.
Ich stehe vorne. Die Gäste nehmen Platz. Die Musik beginnt.
Ob ich noch aufgeregt war?
Und wie.
Aber in genau diesem Moment wusste ich: Hier will ich sein. Das ist es, was ich tun möchte.
Es war wunderschön. Ein glückliches Brautpaar. Begeisterte Gäste.
Beseelt und dankbar bin ich nach dem Sektempfang nach Hause gefahren. Diesmal auf dem richtigen Weg. Und ohne Kühe.
Bin ich heute noch aufgeregt vor einer Trauung?
Ja. Absolut.
Und ganz ehrlich: Ich hoffe, das bleibt immer ein bisschen so.