Säuferkönig von Hohnstein

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11/07/2026

„Die Krypta von Ilfeld – Vom Marienkloster zur Neanderklinik“ ist im Buchhandel und online bestellbar. Ilfeld: Wo ein Grafenpaar vor über 800 Jahren ein Kloster gründete – und ein Ort entstand, der bis heute Pflege, Bildung und Kultur trägt. Im Museum Krypta der Neanderklinik Harzwald steht eines der bedeutenden mittelalterlichen Kunstwerke Mitteldeutschlands: das berühmte Oblognum des Stifterpaares Elger und Lutrude von Honstein, jener Dynasten, die das Marienkloster Ilfeld im 12. Jahrhundert begründeten. Die Darstellung zeigt die beiden unter feinem gotischem Baldachinwerk, ein Kirchenmodell zwischen sich haltend – ein Symbol für die Gründung des Klosters und die Widmung an die Heilige Gottesmutter Maria. Die lateinischen Umschriften Lutrudis Fundatrix und Elgerus pia manu fundator bezeichnen sie als Stifterin und Stifter. Die Inschrift verweist auf das Jahr 1190, in dem Graf Elger II., der erste Graf von Honstein aus der Ilfelder Linie, das von seinem Vater begonnene Kloster fortführte.

Historisch ist bemerkenswert, dass die eigentliche Initiative zur Klostergründung wohl auf Graf Adelgert von Ilfeld, den Vater Elgers, zurückgeht. Adelgert war es, der die Namensgebung auf Ilfeld, die Widmung an Maria und die Anbindung an den Norbertiner Orden (Prämonstratenser) vorbereitete. Die Honsteiner Grafschaften beschreibt Professor Ehlers als Teil des brunonisch süpplingenburgischen Erbes – ein Hinweis darauf, wie eng Ilfeld in die großen politischen und geistlichen Linien des Hochmittelalters eingebunden war.

Die Neanderklinik Harzwald in Ilfeld/Harztor präsentiert nun – mit besonderer Unterstützung ihrer Geschäftsführerin Martina Röder – die neue Ausgabe des kulturhistorischen Bandes „Die Krypta von Ilfeld – Vom Marienkloster zur Neanderklinik“. Frau Röder eröffnet das Werk mit einem Grußwort, das die historische Verantwortung, die soziale Kontinuität und die kulturelle Tiefe dieses Ortes eindrucksvoll hervorhebt. Der Band, gestaltet von Stefan Pappenberg (Nordhausen), zeigt, warum Ilfeld zu den ältesten belegten Orten organisierter Kranken , Armen und Altenpflege in Mitteldeutschland zählt. Schon im Hochmittelalter unterhielt das Kloster ein Infirmarium, das Pilger, Bedürftige und sogar die Grafen von Honstein versorgte – eine Pflegekultur, die sich bis in die heutige Neanderklinik Harzwald fortsetzt.

Doch Ilfeld war weit mehr als ein Ort der Pflege. Das Marienkloster entwickelte sich zu einem Zentrum der Bildung, der Rechtsprechung und der Verwaltung, dessen Einfluss weit über Thüringen hinausreichte. Möglich wurde dies durch päpstliche Schutz und Freiheitsprivilegien, die dem Konvent eine bemerkenswerte Autonomie gewährten: freie Abtswahl, Unabhängigkeit von weltlichen Eingriffen und eine eigene Gerichtsbarkeit. Diese Privilegien erlaubten dem Kloster, sich über Jahrhunderte hinweg frei zu entfalten – geistlich, sozial und wirtschaftlich.

Als bedeutende Prämonstratenser Zikarie war Ilfeld für zahlreiche Tochterklöster verantwortlich. Die Visitationswege reichten von Hessen über Thüringen bis tief nach Bayern und machten Ilfeld zu einem mitteldeutschen Knotenpunkt europäischer Klosterorganisation. Die Ilfelder Klosterschule erreichte europäischen Rang; ihr Ruf reichte bis nach Frankreich und Böhmen. Später wurde sie zu einer der geistigen und materiellen Mitgiften der Universität Göttingen – ein Vorgang, der in der deutschen Bildungsgeschichte nahezu einzigartig ist.
Auch wirtschaftlich war das Kloster bemerkenswert vernetzt: Historisch belegt ist der Besitz von Weinbergen im Raum Greußen, deren Erträge über Jahrhunderte zur Versorgung des Konvents beitrugen. Wein war liturgisches Gut, Handelsware und medizinisches Heilmittel – ein Hinweis auf die ökonomische Weitsicht der Ilfelder Prämonstratenser.

Der neue Band „Die Krypta von Ilfeld – Vom Marienkloster zur Neanderklinik“ ist im Buchhandel und online bestellbar (ISBN 978 3 00 082079 3), 14,00 €, Autor Tim Schäfer (Harztor).

14/12/2025

Adresse

Am Sportplatz 15
Harztor
99768

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