06/04/2026
betr.: undsoweiter (krazynews 04/26)
Verehrtes Publikum, liebe Gemeinde, hi folks!
Das Kalenderjahr biegt schon ins zweite Quartal ein, während der Frühling erst richtig loslegt. Im April liegen verschiedene Koop-Konzerte mit feinen Kollegen an, auf die ich mich allesamt freue – checkt den Reklameblock und kommt auch dazu!
Im Elfenbeinturm begehen wir Ostern und heuer zwei Jahre Entkriminalisierung des Cannabis-Gebrauchs mit einem Festtags-Pfeifchen. Ansonsten geht neuerdings mehr das Simulations-Röhrchen herum - was der Reklameblock ganz schick findet und ich nur so halb hilfreich, will aber als Verantwortliche die eigene Maßnahme nicht beklagen, sondern als Vorbild umsetzen, soweit möglich und praktikabel.
Dagegen der Newsletter, in dieser Sache besonders empfindlich, hört nicht auf zu jammern: Er könne so nur ganz schlecht arbeiten. Sich überhaupt gar nicht konzentrieren. Ohne die Taktung gewohnter Handgriffe, Abläufe und Substanzen, die seinen Denkprozess von jeher begleiteten, gehe ihm jeder Schwung verloren, undsoweiter.
Dabei hätten wir diesmal ein nahezu perfektes Thema gehabt - einen aktuellen Bezug, mit dem sich ein schöner Bogen vom Belanglosen in den ganz großen Zusammenhang schlagen ließe, dazu noch im beliebten Genre Tiergeschichten: Die Schicksale des an der Ostsee gestrandeten Wals und des Wolfs in der Hamburger Einkaufszone machten kürzlich fette Schlagzeilen und bewegen eine Nation von Tierfreunden und Naturschützern...
Ein saftiger Kommentar dazu könnte jetzt full rage-bait einsteigen mit der Anmerkung, dass Wale wie Wölfe bis vor soundsoviel wenigen Jahren noch selbstverständlich bejagt wurden, weiter trollen mit der Frage, wieso und wozu es überhaupt einen Artenschutz und Tierschutz gibt. Dann, appropos Fortschritt und Ökologie, appropos Ausbeutung, auf die Zustände in den Weltmeeren und Supermarktregalen eingehen - und schließlich straight vegan preaching auf die individuellen Schicksale von Millionen Schweinen, Rindern, Hühnern u.a. kommen, die sich eine statistische Mehrheit der Tierfreunde heute noch bedenkenlos auf den Teller packt - undsoweiter: Der Beitrag hätte sich praktisch von selbst geschrieben.
Aber der Newsletter ist dafür nicht zu begeistern: Zu naheliegend, zu unterkomplex, zu spät zur Party, findet er, und er höre jetzt schon die ermüdenden Witzchen, bizarren Vorhaltungen, empörten Selbstauskünfte, die dann auch in unserer Kommentarspalte aufkreuzen könnten … Außerdem sei ihm, bei aller Zustimmung zum vegan preaching, sein Image nicht völlig egal, und bevor der Eindruck entstehe, der Elfenbeinturm sei nun geschlossen straight edge, müsse er doch klarstellen: Er, der Newsletter, sei Raucher, seit er denken könne, und werde auch immer einer bleiben - ob der Abstand zwischen zwei Zügen nun Sekunden, Tage oder Jahre zähle – und den schmerzlichen Verzicht lasse er sich auch nicht mit guten Argumenten schönreden, undsoweiter.
Offenbar hat mein Newsletter gerade ein bisschen seine Eier verloren. In der Hoffnung, dass er sie bald wiederfindet, halte ich derweil die Stellung und zeichne selber verantwortlich -
bis dann / Krazy
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DIE REKLAME:
12.04. Krazy + Radek @ Notenschlüssel / Leverkusen / 18:00
20.04. 2026 Karl Neukauf - Support: Krazy / Blue Shell / Köln / 20:00
22.04. Danny Dziuk - feat. Krazy / Weisses Haus / Markkleeberg / 19:00 Uhr
23.04. Krazy @ Raketenklub Vaganten Varieté / Bürgerhaus Kalk / Köln / 19:30
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